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Öffentlicher Field Guide für GraphRAG, Knowledge Graphs, AI-Architekturen und bessere Entscheidungen in komplexen Wissenssystemen.

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© 2026 Meierhoff Systems · GraphRAG Compass

Orientierung für Entscheidungen in Wissenssystemen

Alle Phasen
Phase 2 von 4 · Klären: Practice Brief & Anforderungen
01Einen Praxisfall eingrenzen02Quellen inventarisieren03Anforderungen an Chunks klären04Aussagen mit Herkunft modellieren05Entitäten und Beziehungen fachlich klären06Identität und Zeit stabilisieren07Antwortweg fachlich vergleichen08Evaluieren und Fehler lokalisieren09Phase-2-Checkpoint

Phase 2 · Praxis-Step 6 von 9

Identität und Zeit stabilisieren

Dubletten, Aliase, Rollenwechsel und Gültigkeitszeiträume als eigene Graphqualität behandeln.

Was du mitnimmst

Graphqualität entsteht nach der Extraktion: stabile Identität und klare Zeiträume machen Pfade fachlich belastbar.

Identität und Zeit stabilisieren: Graphqualität entsteht nach der Extraktion: stabile Identität und klare Zeiträume machen Pfade fachlich belastbar.

Praxisziel

Was du praktisch entscheidest

Du erstellst ein JSON für Identitätsentscheidungen mit Entscheidung, Grund, Risiko und Zeitregel.

Szenario

Ausgangslage im Mini-Use-Case

Die Projektliste nennt "CRM". Der Systemkatalog nennt "Customer Relationship Management". Eine Verantwortlichkeitsnotiz spricht vom "Kunden-System". Jetzt braucht das System eine Entscheidung: dieselbe Entität, getrennte Entitäten oder ein unklarer Fall mit Review-Bedarf.

Für Menschen ist diese Frage oft schnell geklärt, weil sie Kontextwissen besitzen. Für ein System ist sie ein Qualitätsrisiko. Zu großzügige Zusammenführung vermischt Objekte. Zu enge Trennung erzeugt Dubletten. Beides schwächt Pfade.

Zeit verschärft das Problem. Ein System kann früher einem anderen Team gehört haben als heute. Eine Richtlinie kann ersetzt worden sein. Eine Verantwortlichkeit kann nur für ein Projektquartal gegolten haben. Ein Zeitmodell hält alten und aktuellen Kontext auseinander.

Heuristik

Arbeitsprinzip

Namen aus QuellenCRMProjektlisteCustomer Relationship ManagementSystemkatalogKunden-SystemNotizauflösenunklarStabile Entitätsystem-crmCRMAlias bestätigtReviewKunden-SystemGültigkeit der Verantwortung20242025heuteTeam ServiceTeam Sales

Identitäts- und Zeitentscheidungen folgen klaren Regeln:

Merge-Bedingungen: Kontext, Zeitraum, Domäne und Eigenschaften passen zum selben Objekt. Beispiel: "CRM" und "Customer Relationship Management" zeigen auf dieselbe System-ID im Systemkatalog.

Flag-Bedingungen: Der Name klingt ähnlich, Kontext fehlt oder widerspricht. "Kunden-System" bleibt dann sichtbar unklar, bis eine ID, Aliasliste oder fachliche Bestätigung vorliegt.

Temporale Gültigkeit: Jede Aussage über Rollen, Status oder Werte braucht ein Gültigkeitsintervall oder mindestens ein Stand-Datum. So kann eine Antwort gezielt "aktuell", "damals" oder "im Zeitraum X" beantworten.

Führe Entitäten zusammen, wenn die Belege reichen. Halte unklare Fälle sichtbar und ergänze Zeiträume, wenn Rollen, Verantwortlichkeiten oder Regeln sich ändern können.

Für den Lernpfad reicht eine einfache Regel: Match, getrennt oder unklar. "Unklar" ist ein Qualitätszustand, der fehlende Belege sichtbar macht.

Greifbar machen

Praxisartefakt

Praxis-Hinweis: In der Umsetzung heißt dieser Schritt oft Entity Resolution oder Record Linkage. Systeme nutzen IDs, Aliaslisten, Ähnlichkeitssuche, Regeln und Review-Queues. Praktisch wichtig ist die Entscheidungsmatrix: Wann wird automatisch zusammengeführt, wann bleibt ein Fall sichtbar unklar und welche Zeitangabe macht eine Aussage aktuell oder historisch?

entity-resolution.jsonjson
{
  "resolution_cases": [
    {
      "mention": "CRM",
      "candidate_entity_id": "system-crm",
      "decision": "match",
      "reason": "gleicher Besitzer, gleiche Beschreibung, gleiche Projektzuordnung",
      "risk": "niedrig"
    },
    {
      "mention": "Kunden-System",
      "candidate_entity_id": "system-crm",
      "decision": "unclear",
      "reason": "ähnliche Bedeutung, eindeutige ID fehlt",
      "risk": "mittel",
      "needed_proof": ["System-ID", "offizielle Aliasliste"]
    }
  ],
  "time_rule": "Verantwortlichkeiten brauchen valid_from und valid_to oder mindestens ein Stand-Datum."
}

Schlüssel kurz erklärt

  • resolution_cases sammelt einzelne Identitätsentscheidungen.
  • mention ist der gefundene Name im Text.
  • candidate_entity_id ist die mögliche Zielentität.
  • decision hält fest, ob zusammengeführt wird, getrennt bleibt oder unklar ist.
  • reason begründet die Entscheidung.
  • risk zeigt die Fehlerschwere.
  • needed_proof benennt fehlende Belege.
  • time_rule legt fest, wie Zeitangaben behandelt werden.

Achten auf

Typischer Qualitätsfehler

Worauf du achten musst

Ähnliche Namen werden automatisch zusammengeführt oder getrennt, während die fachlichen Belege offen bleiben. Dadurch entstehen falsche Pfade oder doppelte Objekte.

Ein zweiter Fehler ist zeitlose Modellierung. Eine Kante wie owned_by sieht stabil aus, obwohl Verantwortung wechseln kann. Besser ist eine Beziehung mit valid_from, valid_to oder zumindest einem Stand-Datum.

Prüfen

Woran du es erkennst

Signal

Antworten vermischen historische, alte oder doppelte Entitäten. Ein System erscheint mehrfach oder eine frühere Verantwortlichkeit wird als aktuell ausgegeben.

Ein weiteres Signal: Das System beantwortet "wer ist verantwortlich?" und lässt offen, ob die Antwort für heute, das letzte Quartal oder den Zeitpunkt einer alten Richtlinie gilt.

Üben

Mini-Aufgabe

Entscheide für "Customer DB" und "CRM", ob du sie zusammenführen würdest. Notiere, welche zusätzlichen Belege du brauchst.

Musterlösung
Entscheidung

Bis zur Klärung bleibt offen, ob "Customer DB" und "CRM" dasselbe System meinen.

Benötigte Belege

System-ID, Besitzer, Systemkatalogeintrag, Datenklassifikation, Projektzuordnung oder offizielle Aliasliste.

Möglicher Merge

Wenn der Systemkatalog beide Namen derselben System-ID zuordnet, können sie zusammengeführt werden.

Warum wichtig

Entity Resolution ist eine pflegbare Qualitätsentscheidung. Die Entscheidung muss nachvollziehbar bleiben, damit falsche Merges später gefunden werden können.

Reflektieren

Selbsttest

1.Warum braucht LLM-Extraktion zusätzlich Entity Resolution?

LLM-Extraktion findet Kandidaten. Entity Resolution entscheidet, ob mehrere Kandidaten dasselbe reale Objekt meinen.

2.Welche Fehlertypen entstehen bei instabiler Identität und Zeit?

Zu aggressive Zusammenführung erzeugt falsche Pfade. Zu vorsichtige Trennung erzeugt Dubletten. Ohne Zeitbezug kann alter Kontext als aktuell erscheinen.

3.Wann sollte man zwei Entitäten mergen und wann flaggen?

Mergen ist sinnvoll, wenn ID, Kontext oder fachliche Belege übereinstimmen. Flaggen ist besser, wenn nur der Name ähnlich ist oder wichtige Belege fehlen.

Kernaussage

Graphqualität entsteht nach der Extraktion: stabile Identität und klare Zeiträume machen Pfade fachlich belastbar.

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Status

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PraxiszielAusgangslageArbeitsprinzipPraxisartefaktQualitätsfehlerDiagnosesignalMini-AufgabeSelbsttest

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Konzept im CompassEntity ResolutionTemporal Knowledge

Kernaussage

Graphqualität entsteht nach der Extraktion: stabile Identität und klare Zeiträume machen Pfade fachlich belastbar.

Output

entity-resolution.json mit Entscheidung, Grund, Risiko und Zeitregel

Checkpoint

Du kannst unterscheiden, ob ein Fehler aus falscher Identität oder veralteter Aussage entsteht.

Praxis-Modus

Mini-Use-Case statt Tooldemo.

Artefakte nur dort, wo sie eine Entscheidung sichtbar machen.

Herstellerneutral, mit Neo4j nur als spätere Option.