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Praxis · Daten vorbereiten

Entity Resolution & Identity

Entity Resolution entscheidet, ob Namen, IDs, Aliasse oder Quellenhinweise dieselbe reale Entität meinen.

Daten vorbereiten
Identity
Querschnittsthema

Wie erkennt man, dass zwei Namen, IDs oder Aliasse dasselbe meinen?

2 Min LesezeitDaten vorbereiten

Warum es wichtig ist

Ohne Identity-Logik fragmentiert Wissen: dieselbe Person, derselbe Kunde oder dasselbe System erscheinen mehrfach und Graphpfade werden falsch oder unvollständig.

Kernideen

Die wichtigsten Prinzipien dieses Themas auf einen Blick.

1

Identität braucht Regeln, Vertrauen, Review und belastbare Schreibweisen.

2

Aliasse, IDs, E-Mails, Systemnamen und Zeiträume können widersprüchliche Signale liefern.

3

Nicht jede Namensgleichheit bedeutet dieselbe Entität.

4

Manuelle Korrekturen müssen Vorrang vor automatischer Re-Extraktion haben.

Startfragen

Diese Fragen machen das Thema praktisch prüfbar. Hak sie ab – sie eignen sich als Einstieg für Workshops, Pilotvorhaben oder Architekturreviews.

0/4 geprüft

Die Grundidee

Entity Resolution beantwortet eine scheinbar einfache Frage: Meinen diese zwei Hinweise dieselbe reale Sache? Im GraphRAG-Kontext ist das kritisch, weil der Graph sonst Wissen zerlegt oder falsch verbindet. Eine Person, Organisation, ein Vertrag oder System braucht eine stabile Identität, auch wenn Namen, Schreibweisen, IDs und Quellen voneinander abweichen.

Welche Signale zählen?

Gute Identity-Logik kombiniert mehrere Signale. Ein einzelnes Signal reicht selten, außer es ist eine wirklich stabile ID aus einem führenden System.

Starke Identifier

Kundennummer, Vertrags-ID, E-Mail-Adresse, HR-ID oder System-ID. Diese Signale sind oft belastbarer als Namen.

Schwache Hinweise

Ähnliche Schreibweise, gleicher Ort, ähnliche Rolle oder gleicher Firmenname. Nützlich, aber selten allein beweisend.

Kontextsignale

Zeitraum, Quelle, Organisation, Projekt, Beziehung zu anderen Entitäten. Kontext entscheidet oft, ob ein Match plausibel ist.

Manuelle Bestätigung

Fachliche Korrektur, Review oder bestätigtes Matching. Diese Entscheidung sollte Vorrang vor automatischer Extraktion haben.

Drei Entscheidungen

Entity Resolution verbindet Matching mit der Entscheidung, ob Entitäten zusammengeführt, getrennt oder bewusst getrennt gehalten werden.

Merge

Zwei Entitäten meinen dasselbe und werden zusammengeführt, etwa ACME Ltd. und ACME Limited mit derselben Kundennummer.

Split

Eine Entität wurde fälschlich zusammengeführt und muss getrennt werden, etwa zwei verschiedene Personen mit gleichem Namen.

Keep separate

Zwei ähnliche Entitäten bleiben getrennt, weil der Nachweis fehlt oder das Risiko einer falschen Zusammenführung zu hoch ist.

Beispiele

Die Beispiele zeigen, warum Identity über String Matching hinausgeht.

Person

Riskant

Michael Meier, M. Meier und michael.meier@example.com automatisch zusammenführen, nur weil der Name ähnlich ist.

Besser

E-Mail, Organisation, Rolle, Zeitraum und Quelle prüfen. Bei Unsicherheit als mögliche Übereinstimmung markieren.

Organisation

Riskant

ACME, ACME GmbH und ACME Holding als dieselbe Firma behandeln.

Besser

Handelsregister-ID, Kundennummer, Land, Mutter-Tochter-Beziehung und Vertragspartei unterscheiden.

System

Riskant

CRM, Salesforce und Sales Cloud als drei getrennte Systeme speichern.

Besser

Synonyme und Produktnamen auf eine stabile Systemidentität mappen, aber Version oder Instanz als Eigenschaft behalten.

Praktische Arbeitsregel

Starte mit Entitätstypen, bei denen falsche Zusammenführungen echten Schaden anrichten: Kunden, Personen, Verträge, Systeme oder regulatorische Begriffe. Definiere pro Typ, welche Identifier autoritativ sind, welche nur Hinweise sind und wann ein Mensch prüfen muss.

Typische Fehler

Viele Graphfehler sehen später wie Retrieval- oder LLM-Fehler aus. In Wahrheit ist oft die Identität im Graphen falsch.

  • Namensähnlichkeit überschätzen: Gleiche Namen können verschiedene Personen oder Organisationen meinen.
  • Aliases ohne Herkunft speichern: Ein Alias ist nur hilfreich, wenn klar ist, woher er kommt.
  • Automatische Merges nicht rückgängig machen können: Merge, Split und Undo brauchen eigene Prozesse.
  • Zeit ignorieren: Eine Person kann Rolle, Team oder Firma wechseln; Identität bleibt, Beziehungen ändern sich.
  • Confidence als Wahrheit behandeln: Ein Score ist ein Hinweis, keine fachliche Bestätigung.
  • Identity nur technisch denken: Fachliche Ownership entscheidet, welche Zusammenführung erlaubt ist.

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