Phase 1 · Step 8 von 9
Du setzt Suche, Quellen, Beziehungen und LLM-Antwort zu einem Gesamtbild zusammen.
Was du mitnimmst
GraphRAG lohnt sich, wenn Beziehungen, Pfade und Nachvollziehbarkeit zur Antwort gehören.

Du setzt die bisherigen Bausteine zusammen: Quellen, Suche, Graphbeziehungen und LLM-Antwort. Danach kannst du einschätzen, ob eine Frage vor allem passende Textstellen braucht oder ob ein Graphpfad die Antwort tragen muss.
GraphRAG wird greifbar, wenn du es als Antwortweg betrachtest. Eine Frage kommt rein. Das System sucht passende Quellen. Zusätzlich kann es bekannte Dinge und ihre Beziehungen nutzen: Richtlinie, System, Systemklasse, Projekt, Team, Pflicht, Risiko, Quelle.
Der wichtige Punkt ist die Rolle des Graphen: Er hilft, Dinge zu verbinden, Pfade sichtbar zu machen und eine Antwort mit Quellen zu begründen.
Dieser Schritt verbindet die Grundlagen zu einem Gesamtbild. Danach kannst du eine Frage einordnen: Textsuche, Graphpfad, Quellenbezug oder eine Kombination daraus.
Klassisches RAG sucht passende Textstellen und gibt sie dem LLM als Kontext. Das ist stark, wenn die Antwort in einem gut auffindbaren Abschnitt steht.
GraphRAG ergänzt diesen Ablauf um explizite Beziehungen. Das System kann fragen: Welche Dinge sind in der Frage gemeint? Wie hängen sie zusammen? Welche Quellen belegen diesen Pfad? Welche Textstellen müssen zusätzlich in den Antwortkontext?
Der Mehrwert entsteht bei Fragen, die mehrere Fakten verbinden, Abhängigkeiten sichtbar machen oder nachvollziehbare Begründungen brauchen. Dann reicht ein einzelner Treffer selten als Antwortgrundlage. Der Graph liefert einen Pfad, und die Quellen liefern die Belege.
GraphRAG kann unterschiedlich aussehen. Manche Systeme extrahieren Entitäten und Beziehungen aus Dokumenten. Andere nutzen einen vorhandenen Fachgraphen. Wieder andere bilden Cluster oder Zusammenfassungen für große Dokumentmengen. Für Phase 1 zählt zuerst die einfache Frage: Wird die Antwort durch einen sichtbaren Graphpfad besser?
RAG findet passende Textstellen. GraphRAG ergänzt einen Graphpfad und baut daraus einen belegbaren Antwortkontext.
Antwortmuster, bei dem passende Textstellen gesucht und dem LLM als Kontext gegeben werden.
RAG mit zusätzlichem Graphkontext, zum Beispiel Dingen, Beziehungen und Pfaden.
Gefundene Textstelle, die zur Frage passt.
Kette verbundener Dinge, zum Beispiel Richtlinie -> System -> Projekt -> Team.
Dokument, Tabelle oder Datenstelle, die eine Aussage belegbar macht.
Im Compliance-Fall bekommt das System die Frage:
"Welche Projekte sind betroffen, wenn CRM jährlich geprüft werden muss?"
RAG kann passende Textstellen finden, etwa Abschnitt 4.2 der Richtlinie oder den CRM-Eintrag im Systemkatalog. Das hilft, wenn in einem Dokument direkt steht, dass CRM ein kritisches Kundensystem ist.
Die eigentliche Frage braucht aber mehrere Verbindungen: CRM ist als kritisches Kundensystem klassifiziert, Richtlinie A definiert dafür eine jährliche Prüfpflicht, Projekt Alpha nutzt CRM, und Customer Core verantwortet die Prüfung. Ein einzelner Treffer reicht nicht, um "betroffen" zu begründen.
GraphRAG wird hier nützlich, weil der Graph den Pfad liefert und die Quellen den Pfad belegen: Richtlinie A, Systemkatalog, Projektliste und Verantwortlichkeitsnotiz. Die Antwort kann dann sagen, dass Projekt Alpha betroffen ist und warum.
Der typische Denkfehler ist, GraphRAG als automatisch bessere Suche zu behandeln. Der Graph bringt nur dann Mehrwert, wenn seine Beziehungen zur Frage passen und die Quellen diesen Pfad stützen.
Ein zweiter Denkfehler ist, jeden Graphen schon als GraphRAG zu bezeichnen. GraphRAG entsteht erst, wenn der Graph im Antwortweg eine sichtbare Rolle spielt.
GraphRAG ist sinnvoll, wenn deine kritischen Fragen Beziehungskontext brauchen: Abhängigkeiten, Lieferketten, Verantwortlichkeiten, Auditpfade, fachliche Regeln oder Nachvollziehbarkeit über mehrere Quellen.
RAG passt, wenn die meisten Antworten aus einem einzelnen gut auffindbaren Textabschnitt stammen.
Nutze den Compliance-Fall:
Ein Compliance-Team fragt: "Welche Projekte und Teams sind betroffen, wenn die Richtlinie für kritische Kundensysteme geändert wird?"
Ordne die Frage ein: Welche Texttreffer könnte RAG finden? Welcher Graphpfad wäre nützlich? Welche Quellen müssten den Pfad belegen?
RAG kann passende Stellen finden, etwa Abschnitt 4.2 der Richtlinie oder die CRM-Klassifikation im Systemkatalog.
Richtlinie A -> betrifft -> kritische Kundensysteme -> umfasst -> CRM -> genutzt_von -> Projekt Alpha -> verantwortet_von -> Customer Core.
Richtlinie A (Abschnitt 4.2), Systemkatalog, Projektliste und Verantwortlichkeitsnotiz.
GraphRAG ist sinnvoll, weil die Antwort eine Kette über Richtlinie, Systemklasse, System, Projekt und Team braucht. Die Antwort wird belastbar, wenn der Pfad und die Quellen sichtbar sind.
GraphRAG ist echter Mehrwert, wenn Beziehungen, Pfade, Entitäten oder Nachvollziehbarkeit eine Antwort verbessern, die RAG allein nicht stabil liefern kann.
Wenn GraphRAG einen relevanten Graphpfad liefert: passende Dinge, Beziehungen, Pfade, Quellen und eine messbar bessere Antwortqualität.
Nachvollziehbarkeit zeigt, aus welchen Quellen, Dingen und Graphpfaden eine Antwort entsteht. Das ist besonders wichtig bei Audit, Governance, Compliance und fachlich kritischen Entscheidungen.
Kernaussage
GraphRAG lohnt sich, wenn Beziehungen, Pfade und Nachvollziehbarkeit zur Antwort gehören.