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Öffentlicher Field Guide für GraphRAG, Knowledge Graphs, AI-Architekturen und bessere Entscheidungen in komplexen Wissenssystemen.

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© 2026 Meierhoff Systems · GraphRAG Compass

Orientierung für Entscheidungen in Wissenssystemen

Zurück zum Architekturmuster

Architektur-Detail · Agenten-Kontext

Agent Memory Stack

Graphiti (Zep) baut einen temporalen Knowledge Graphen aus Konversationen: Entitäten werden extrahiert, mit Zeitstempeln versehen und in Neo4j persistiert. POLE+O als Basis-Ontologie (Person, Object, Location, Event, Organisation). Jeder Gesprächseinstieg liest relevante Entitäten aus dem Graphen und ergänzt den LLM-Kontext automatisch.

Fortgeschritten
Aufwand: hoch
Datenreife: mittel
Team-Reife: hoch

Kuratierte Architekturentscheidung auf Basis der lokalen Compass-Daten

Relevant wenn

Wenn Kontinuität über Sessions hinweg wichtiger ist als maximale Retrieval-Geschwindigkeit und Kundenkontexte langfristig strukturiert bleiben sollen.

Quellenlage

Reales Agent-Memory-Muster aus LangGraph-Memory und Graphiti/Zep. Der Compass schneidet daraus eine Architektur für persistente, zeitbezogene Agentenerinnerung.

Welches Problem löst das Muster?

Agenten verlieren Kontext zwischen Gesprächen — Kunden, Ziele, Entscheidungen und offene Fragen müssen neu erklärt werden.

Systemkarte

Wie der Architekturfluss aussieht

Die Motion Map verdichtet das Muster auf seine wichtigsten Stationen: Eingabe, Daten- oder Graphschicht, Retrieval, Kontrolle und Antwort. Sie ist bewusst kleiner als die Referenzarchitektur darunter und soll zuerst die Leserichtung und die Systemgrenzen sichtbar machen.

Motion Map

Agent Memory

Chat
Extrakt
Identity
Memory
Abruf
Antwort

Memory braucht Zeit, Herkunft, Korrektur und Grenzen.

Architekturblick

Was du bauen, betreiben und messen musst

Diese Seite ist eine Entscheidungshilfe für den Stack. Der Blick liegt auf Datenfluss, Failure Modes, Evaluation, Tooling und dem nächsten sinnvollen Migrationsschritt.

Stack-Schnitt

Session StoreMemory ExtractorEntity ResolutionTemporal GraphRetrieverCorrection UIAudit Log

Runtime-Datenfluss

Interaktionen werden in Memory-Kandidaten überführt. Fakten, Präferenzen, Entscheidungen und Ereignisse erhalten Zeit, Herkunft und Korrekturpfade.

Migrationspfad

Mit Session Summaries beginnen, dann selektive Entity Memories, zeitliche Gültigkeit, Korrektur und Governance ergänzen.

Failure Modes

  • Zu viel Verlauf wird als dauerhafte Erinnerung gespeichert.
  • Falsche Memories kontaminieren spätere Antworten.
  • Löschung, Zweckbindung und Nutzerkontrolle fehlen.

Evaluation

  • Precision von gespeicherten Memories messen.
  • Korrektur- und Vergessenspfade testen.
  • Konflikte zwischen alter und neuer Erinnerung sichtbar machen.

Tooling & Betrieb

  • Graphiti oder Zep
  • LangGraph Memory
  • Vector Store
  • Temporal Graph
  • PII-Filter
  • Audit UI

Referenzarchitektur

Wie ein Agent Memory Stack arbeitet

Agent Memory ist ein kuratierter Kontextspeicher. Ein guter Memory Stack extrahiert kontrollierte Erinnerungen aus Interaktionen, verknüpft sie mit Entitäten, Zeit und Quellen und lädt sie später selektiv wieder in den Kontext. Dadurch entsteht Kontinuität, aber auch Verantwortung: falsche oder sensible Erinnerungen müssen korrigierbar, begrenzbar und nachvollziehbar sein.

  1. 01

    Interaktion aufnehmen

    Gespräche, Tickets, Aufgaben, Entscheidungen oder Tool-Ergebnisse werden als mögliche Memory-Ereignisse betrachtet.

  2. 02

    Memory-Kandidaten extrahieren

    Das System erkennt Personen, Organisationen, Ziele, Präferenzen, offene Punkte, Entscheidungen und relevante Fakten.

  3. 03

    Identität auflösen

    Aliasse, Schreibweisen und wiederkehrende Referenzen werden zusammengeführt: dieselbe Person, derselbe Kunde, dasselbe Projekt oder dieselbe Aufgabe.

  4. 04

    Temporal speichern

    Memory bekommt Zeitbezug: wann gelernt, wann gültig, wann korrigiert, wann überholt. Ohne Zeitmodell wird Erinnerung schnell falsch.

  5. 05

    Kontext abrufen

    Beim nächsten Gespräch werden passende Memory-Knoten über Entitäten, Zeit, Relevanz und Aufgabenbezug geladen.

  6. 06

    Korrigieren und vergessen

    Nutzer oder Systeme müssen falsche Memories korrigieren, sensible Inhalte entfernen und veraltete Erinnerungen begrenzen können.

Aufwand
hoch

Implementierungs-, Integrations- und Betriebsaufwand.

Datenreife
mittel

Qualität, Struktur und Zugänglichkeit der Daten vor dem Pilot.

Team-Reife
hoch

Erfahrung mit RAG, Graphdenken, Infrastruktur und Evaluation.

Nicht ideal wenn

Datenschutz, Korrekturworkflows oder Entitätsqualität noch ungeklärt sind.

Trade-offs

Entitätsextraktion aus Gesprächen ist fehleranfällig — falsch verknüpfte Entitäten sind schwer zu korrigieren. Datenschutz-Anforderungen: alle Kundendaten landen im Graphen. Spürbare Latenz beim Kontext-Laden zu Gesprächsbeginn.

Memory-Modell

Welche Arten von Erinnerung entstehen

Memory wird erst brauchbar, wenn verschiedene Erinnerungstypen getrennt werden. Ein Fakt, eine Präferenz, eine Entscheidung und ein Ereignis haben unterschiedliche Lebensdauer, Risiken und Korrekturregeln.

Fakten-Memory

Stabile Aussagen über Personen, Organisationen, Produkte oder Projekte. Beispiel: Kunde nutzt System X seit 2024.

Präferenz-Memory

Nutzer- oder Teampräferenzen, etwa Kommunikationsstil, Formate, bevorzugte Tools oder wiederkehrende Anforderungen.

Entscheidungs-Memory

Beschlüsse, Begründungen, offene Fragen und Verantwortlichkeiten aus Gesprächen oder Arbeitsprozessen.

Episodisches Memory

Zeitlich gebundene Ereignisse: Meeting, Ticket, Supportfall, Workshop oder Analyseauftrag mit Quellen und Verlauf.

Qualitätshebel

Wo Agent Memory gefährlich wird

Memory macht Agenten nützlicher, aber auch riskanter. Schlechte Erinnerungen wirken wie falscher Kontext mit langer Lebensdauer. Deshalb gehören Auswahl, Herkunft, Konfliktbehandlung und Datenschutz in die Kernarchitektur.

Memory ist selektiv

Nicht alles darf gespeichert werden. Gute Architektur entscheidet, was memory-würdig ist, was nur Session-Kontext bleibt und was nie gespeichert wird.

Provenance mitführen

Jede Erinnerung braucht Herkunft: Gespräch, Dokument, Tool, Nutzerkorrektur oder Systementscheidung. Sonst ist Vertrauen nicht bewertbar.

Konflikte sichtbar machen

Wenn neues Memory altes Memory widerspricht, darf das System nicht still überschreiben. Es braucht Konfliktregeln und Korrekturpfade.

Datenschutz als Kernarchitektur

Memory enthält oft personenbezogene oder sensible Informationen. Rollen, Löschbarkeit, Zweckbindung und Auditierbarkeit gehören von Anfang an dazu.

Stack-Komponenten

Graphiti / ZepNeo4jPOLE+O-OntologieLangChain / LangGraph

Ausbaustufen

Vom Verlauf zur kontrollierten Erinnerung

Der sichere Weg führt nicht direkt zu autonomem Langzeitgedächtnis. Erst wenn Memory-Typen, Korrekturen, Löschung und Herkunft funktionieren, sollte Memory für agentische Entscheidungen genutzt werden.

  1. Stufe 1

    Starte mit einfachen Sitzungszusammenfassungen und manueller Prüfung, bevor automatisch persistiert wird.

  2. Stufe 2

    Speichere wiederkehrende Personen, Organisationen, Projekte und offene Punkte mit Quellenbezug.

  3. Stufe 3

    Ergänze Zeit, Gültigkeit, Korrekturen und überholte Aussagen, damit Memory nicht statisch falsch wird.

  4. Stufe 4

    Füge Rollen, Löschung, Review, Konfliktbehandlung, Evaluation und Nutzereinblick hinzu.

Konkrete Beispiele

In welchem Kontext das Muster typischerweise Sinn ergibt und welchen Beitrag es dort leistet.

Langlaufender Kundendialog

Ein Agent begleitet mehrere Gespräche, Entscheidungen und Aufgaben.

Memory hält relevante Entitäten, Präferenzen und offene Punkte über Sitzungen hinweg verfügbar.

Beratungsprojekt

Hypothesen, Annahmen und nächste Schritte ändern sich über Wochen.

Der Stack speichert Verlauf und Kontext als strukturierte Arbeitsbasis.

Einsteigerbeispiel: wiederkehrender Projektagent

Ein Agent merkt sich, dass ein Kunde Datenschutz sehr hoch priorisiert, GraphRAG erst als Pilot testen will und Neo4j bereits intern freigegeben ist.

Agent Memory speichert solche stabilen Fakten und offenen Punkte gezielt für spätere Gespräche.

Nächste Umsetzungsschritte

  1. 1

    Speicherwürdige Entitäten definieren

  2. 2

    Korrekturprozess für falsche Verknüpfungen planen

  3. 3

    Datenschutzgrenzen vor dem Pilot klären

Verwandte Konzepte, Tools und Plattformen

Agent MemoryContext GraphsGraphiti / ZepNeo4j

Quellen und Ressourcen

Graphiti DocsGraphiti GitHub
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