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Öffentlicher Field Guide für GraphRAG, Knowledge Graphs, AI-Architekturen und bessere Entscheidungen in komplexen Wissenssystemen.

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Orientierung für Entscheidungen in Wissenssystemen

Zurück zu MCP und A2A

Deep Dive · MCP und A2A

MCP und A2A als Schnittstellen für Agentensysteme

MCP kontrolliert, wie Agenten Tools, Daten und Kontextserver nutzen. A2A beschreibt, wie spezialisierte Agenten Aufgaben, Status, Rückfragen und Ergebnisse austauschen.

Tools
Kontextserver
Agentenübergaben
Governance

Kuratierter erster Schnitt · Stand Mai 2026

Die Grundidee

MCP und A2A beschreiben Schnittstellen: MCP regelt, wie ein Agent kontrolliert auf Tools, Datenquellen und Kontextserver zugreift. A2A regelt, wie Agenten Arbeit an andere Agenten übergeben und Ergebnisse zurückbekommen.

Der praktische Wert liegt in Wiederverwendbarkeit und Kontrolle. Ohne solche Schnittstellen wird jede Integration ein Sonderfall: eigene Tool-Parameter, eigene Berechtigungen, eigene Übergabelogik und schwer nachvollziehbare Agentenläufe.

Orientierungsfrage

MCP und A2A machen GraphRAG-Wissensschichten für Agenten standardisiert konsumierbar.

Motion Map

MCP & A2A

Agent
MCP Host
Server
Tool
A2A Agent
Ergebnis

MCP regelt Zugriff, A2A regelt Übergabe.

Bausteine der Schnittstelle

MCP und A2A werden greifbar, wenn Rollen, Tools, Übergaben und Auditierbarkeit explizit modelliert sind.

MCP-Host

Die Anwendung oder Agentenruntime, die Kontextserver und Tools kontrolliert verfügbar macht.

MCP-Server

Eine definierte Schnittstelle zu Daten, Graphen, Dateien, APIs oder fachlichen Funktionen.

Tool

Eine konkrete Aktion wie suchen, lesen, schreiben, Graph abfragen oder eine Berechnung ausführen.

A2A-Agent

Ein spezialisierter Agent, der Aufgaben, Status, Rückfragen oder Ergebnisse mit anderen Agenten austauscht.

Aufgabenübergabe

Eine strukturierte Übergabe mit Ziel, Kontext, erwarteter Ausgabe, Grenzen und Rückkanal.

Audit Trail

Nachvollziehbare Spuren darüber, welcher Agent welches Tool mit welchen Parametern genutzt hat.

MCP: Zugriff kontrollieren

MCP macht externe Kontexte und Tools nutzbar, ohne dass jeder Agent direkte Kenntnis aller Systeme braucht.

01

Agent erkennt, dass er externe Daten, Kontext oder eine Aktion braucht.

02

Host prüft, welche MCP-Server und Tools für Rolle, Aufgabe und Scope erlaubt sind.

03

Agent ruft ein Tool mit strukturierten Parametern auf.

04

Server führt Zugriff oder Aktion aus und liefert ein kontrolliertes Ergebnis zurück.

05

Agent verarbeitet das Ergebnis, ohne das gesamte dahinterliegende System kennen zu müssen.

A2A: Arbeit übergeben

A2A wird relevant, wenn mehrere spezialisierte Agenten koordiniert und einzelne Agenten mit Tools ausgestattet werden.

01

Orchestrierender Agent beschreibt Ziel, Kontext, erwartete Ausgabe und Grenzen.

02

Spezialisierter Agent nimmt Aufgabe an, stellt Rückfragen oder lehnt bei fehlendem Scope ab.

03

Bearbeitung erzeugt Status, Quellen, Zwischenergebnisse und finale Antwort.

04

Ergebnis wird strukturiert zurückgegeben und kann von anderen Agenten weiterverwendet werden.

05

Übergabe bleibt auditierbar: wer hat was warum entschieden oder ausgeführt?

Ein Beispiel: Recherche, Analyse, Ergebnis

MCP und A2A ergänzen sich, wenn ein Agentensystem Datenzugriff und Arbeitsteilung gleichzeitig kontrollieren muss.

Aufgabe

Erstelle eine belastbare Einschätzung, ob ein Kunde von einer neuen Policy betroffen ist.

MCP kapselt den Datenzugriff, A2A koordiniert die Arbeitsteilung, der Context Graph hält den gemeinsamen Arbeitszustand.

Agentenfluss

Recherche-Agent

fragt über MCP einen Graph-Kontextserver nach Kunde, Verträgen, Klauseln und betroffenen Prozessen.

Analyse-Agent

prüft Claims, markiert unsichere Pfade und ergänzt offene Fragen im Context Graph.

Schreib-Agent

erstellt eine Antwort mit Quellen, Entscheidungen und klaren Restunsicherheiten.

Sicherheits- und Betriebsgrenzen

Schnittstellen machen Agenten mächtiger. Deshalb brauchen Tools und Übergaben klare Grenzen, bevor sie breit genutzt werden.

  • Jedes Tool hat Zweck, Eingabeschema, Ausgabeschema, Rollenregeln und Nebenwirkungsprofil.
  • Schreibende Aktionen brauchen stärkere Bestätigung als lesende Aktionen.
  • Tool-Ergebnisse enthalten Quelle, Zeitpunkt und gegebenenfalls Confidence.
  • Agentenübergaben nennen Ziel, Scope, erwartete Ausgabe und Abbruchkriterien.
  • Alle relevanten Aufrufe werden für Review und Debugging protokolliert.

Ein kleines MCP-Setup

Ein guter Start ist ein schmaler Kontextserver mit wenigen stabilen Tools und klaren Tests.

Code
mcp_server: graph_context
tools:
  - search_entities
  - get_neighbors
  - explain_path
permissions:
  read:
    roles: [research_agent, analysis_agent]
  write:
    roles: []
tests:
  - allowed: research_agent can explain_path for customer scope
  - denied: writing contract data is not available

Typische Risiken

Die größte Gefahr ist nicht, dass Protokolle fehlen. Die größere Gefahr ist, dass sie technische Verbindung schaffen, ohne fachliche Kontrolle mitzudenken.

Tool-Wildwuchs

Zu viele Tools mit ähnlicher Aufgabe machen Auswahl, Rechte und Evaluation schwer.

Unklare Berechtigungen

Ein Agent kann technisch ein Tool nutzen, obwohl die fachliche Rolle oder Aufgabe das nicht erlaubt.

Falsche Übergaben

Ein Agent übergibt Ziel, Kontext oder erwartete Ausgabe unklar und erzeugt Folgefehler.

Fehlende Auditierbarkeit

Tool-Aufrufe und Agentenentscheidungen sind später nicht mehr nachvollziehbar.

Protokoll und Modell

MCP und A2A verbinden Systeme, ersetzen aber keine fachliche Bedeutung, Ontologie oder Governance.

Tool Call, MCP, Delegation oder Workflow?

In der Praxis verschwimmen diese Ebenen schnell. Die Trennung hilft zu entscheiden, ob man nur ein Tool braucht, einen Kontextserver, einen spezialisierten Agenten oder einen expliziten Workflow.

Tool Call

Ein einzelner Funktionsaufruf mit Parametern und Ergebnis. Gut für klar abgegrenzte Aktionen.

MCP Tool

Ein standardisiert bereitgestelltes Tool innerhalb eines Kontextservers mit Schema, Berechtigung und Transport.

Agent Delegation

Eine Aufgabenübergabe an einen spezialisierten Agenten, der selbst planen, rückfragen und Ergebnisse liefern kann.

Workflow-Orchestrierung

Eine explizite Ablaufsteuerung über mehrere Schritte, Rollen, Bedingungen und Freigaben hinweg.

Wie MCP und A2A andere Konzepte berühren

MCP und A2A sind die Integrationsschicht. Sie werden dann wertvoll, wenn sie mit Bedeutung, Kontextzustand und kontrolliertem Datenzugriff verbunden sind.

können als gemeinsamer Arbeitszustand zwischen Agenten dienen.

definiert, welche Tools, Daten, Aktionen und Interpretationen fachlich erlaubt sind.

liefern häufig die Datenbasis, die über MCP kontrolliert abgefragt wird.

bewahrt relevante Entscheidungen oder Präferenzen über Agentenläufe hinweg.

Klein beginnen

Ein kontrollierter Start ist besser als ein Agent mit vielen losen Tools. Erst wenn Zugriff, Rechte und Tests stabil sind, lohnt die Koordination mehrerer Agenten.

Schritt 1

Mit einem einzelnen Kontextserver starten, nicht mit einer Tool-Landschaft.

Schritt 2

Drei stabile Tools definieren: suchen, lesen, erklären.

Schritt 3

Rollen und Berechtigungen vor dem ersten Agentenlauf festlegen.

Schritt 4

Erlaubte und nicht erlaubte Zugriffe als Testfälle formulieren.

Schritt 5

Erst danach mehrere Agenten über A2A-artige Übergaben koordinieren.

Praxisentscheidung

Wenn Tools kontrolliert werden müssen

Starte mit MCP: wenige Tools, klare Schemas, Rollenregeln und Testfälle.

Wenn mehrere Agenten arbeiten

Nutze A2A-artige Übergaben mit Ziel, Scope, Status, Rückfragen und erwarteter Ausgabe.

Wenn Fachlogik zählt

Kombiniere Schnittstellen mit Semantic Layer und Context Graph. Protokolle allein kennen keine Bedeutung.

Nächste Schritte

Nächstes Konzept: Ontologien & RDFOntologien und RDF vertiefen